Projekte
Schützen, bewahren, gestalten.
Naturschutzprojekte in unserer Gemeinde.
Baumwärts Rebstein
Wer im Mai 2026 am Fussballplatz vorbeiging, bemerkte sie vielleicht gar nicht. Hoch oben in den Föhren hatte sich eine Waldohreule ein verlassenes Krähennest gesichert. Dort zog sie vier Jungvögel auf. Tagsüber blieb die kleine Familie meist gut versteckt. Erst am Abend verrieten die Bettelrufe der Jungtiere ihren Standort. Wer sich jedoch einen Moment Zeit nahm und die Bäume aufmerksam betrachtete, konnte die Waldohreulen oft auch tagsüber entdecken. Drei unscheinbare Nadelbäume genügten, um einer seltenen Eule Schutz, Ruhe und einen Platz für die Aufzucht ihrer Jungen zu bieten. Die meisten Menschen bemerkten dies kaum. Doch genau solche Bäume machen den Unterschied. Sie schaffen Lebensräume mitten im Dorf und zeigen, wie wertvoll jedes einzelne Grün für die Natur sein kann.
Damit auch in Zukunft Tiere, Pflanzen und Menschen von solchen Lebensräumen profitieren können, brauchen wir mehr davon. Bäume sind weit mehr als nur ein schöner Anblick. Sie spenden Schatten, kühlen ihre Umgebung an heissen Sommertagen und verbessern die Lebensqualität im Dorf. Angesichts steigender Temperaturen, längerer Hitzeperioden und einer zunehmend dichteren Bebauung gewinnen sie immer mehr an Bedeutung. Bäume wirken wie natürliche Klimaanlagen, speichern Wasser, filtern die Luft, binden CO₂ und helfen, Starkregen sowie Trockenperioden besser zu bewältigen. Gleichzeitig dämpfen sie Lärm, fördern die Artenvielfalt und schaffen wertvolle Lebensräume für Vögel, Insekten und andere Tiere. Mit jedem Baum wird unser Dorf ein Stück grüner, widerstandsfähiger und lebenswerter.
Unter dem Motto «Baumwärts Rebstein» möchte der Naturschutzverein Rebstein gemeinsam mit der Gemeinde neue Bäume pflanzen und so einen nachhaltigen Beitrag für Mensch und Natur leisten. Unser Ziel ist es, die Natur im Dorf zu stärken und Rebstein langfristig grüner, lebenswerter und widerstandsfähiger zu machen. Dabei gilt: Für jeden Platz gibt es den passenden Baum. Ob auf öffentlichen Flächen, bei Schulhäusern, entlang von Strassen, auf Vereinsarealen, Firmengeländen oder in Privatgärten – bereits kleine Standorte können einen wertvollen Beitrag leisten. Jeder neu gepflanzte Baum verbessert das Dorfklima und schafft zusätzlichen Lebensraum.
Im Sommer 2026 sollen mögliche Standorte für neue Bäume evaluiert werden. Die Pflanzungen sind für das Frühjahr 2027 geplant. Auch private Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer sind herzlich eingeladen, sich bei uns zu melden, wenn sie Interesse haben, auf ihrem Grundstück einen Baum zu pflanzen. So könnten beispielsweise unsere Baumquartiere wie die Föhrenstrasse, der Erlenweg oder der Ulmenweg wieder ein Stück näher an ihren ursprünglichen Namen und Charakter heranrücken.
So schaffen wir neue Lebensräume für Tiere, mehr Schatten für Menschen und ein grüneres Dorfbild
für kommende Generationen.
Interessierte werden gebeten, sich bis spätestens 20. November 2026 unter info@nv-rebstein.ch anzumelden.
altes Progy - Sanierung 26/27
Der Naturschutzverein Rebstein wirkt gemeinsam mit der Gemeinde Rebstein bei der Sanierung des alten Progy-Gebäudes mit. Im Rahmen des Projekts ist unter anderem geplant, Nistkästen für Mauersegler sowie Fledermauskästen zu montieren. Damit sollen wertvolle Nist- und Rückzugsplätze für diese geschützten Tierarten geschaffen und die Biodiversität in der Gemeinde gefördert werden.
Eggli Weiher
Der Eggliweiher im Naturschutzgebiet unserer Gemeinde bietet zahlreiche Vorteile. Er ist ein wichtiger Lebensraum für viele Pflanzen und Tiere, insbesondere für Amphibien wie Frösche und Molche, die hier ideale Fortpflanzungsbedingungen finden. Der Weiher fördert die Artenvielfalt und unterstützt das ökologische Gleichgewicht.
Für die Anwohner ist er ein Ort der Erholung und Naturbeobachtung, der auch das Umweltbewusstsein stärkt. Der Naturschutzverein führt jährlich im Herbst Umgebungsarbeiten am Weiher durch, um dessen Ökosystem zu pflegen und zu erhalten.
Fledermauskästen
Für das Jahr 2025 plant der Naturschutzverein die Anbringen verschiedener
Fledermauskästen im Siedlungsraum, Wald und/oder Riet. Die ersten Kästen wurden bereits montiert und warten auf Besucher.
„Wo die Fledermäuse fliegen, gedeiht das Leben im Verborgenen.“
Die ersten Kästen hängen am Turnerhütli im Grundplatz, an der Aussenhalle von der Schönauer AG und im Riet.
Die Fledermäuse und der Naturschutzverein danken euch für die Plätze und Montage der Kästen. Ebenfalls möchten wir der Gemeinde für ihre finanzielle Unterstützung für dieses Projekt danken.
Nistkästen
Der Naturschutzverein Rebstein pflegt über 50 Nistkästen im Dorf, Wald und Riet. Dazu gehört die jährliche Reinigung der Kästen, Instandhaltung und Erneuerung. Dabei ist es für die fleissigen Vereinsmitglieder immer wieder spannend, was sie in solch einem Nistkasten vorfinden werden.
Brutplatz und Unterschlupf
Nistkästen bieten Vögeln und anderen Tieren sichere Brut- und Schlafplätze, besonders in Gebieten, in denen natürliche Nistmöglichkeiten wie Baumhöhlen knapp sind. Sie helfen, bedrohten Arten einen geschützten Ort zur Aufzucht ihrer Jungtiere zu bieten und tragen so zur Artenvielfalt bei.
Fehlbesiedlung
Fehlbesiedlungen von Nistkästen, etwa durch Wespen oder Hornissen, sind ebenfalls wichtig für das Ökosystem. Sie fördern die Artenvielfalt und übernehmen ökologische Funktionen wie Schädlingsbekämpfung. Auch andere Tiere nutzen die Kästen als Unterschlupf und tragen so zur Stabilität von Lebensräumen bei.
Amphibien-Rettungsprojekt
Im März 2023 startet der Naturschutzverein ein Amphibien-Rettungsprojekt aus den Strassenschächten. Im ersten Schritt wurde festgestellt, welche Amphibien in die Schächte fallen. Dafür wurden rund 300 Schächte untersucht. In 25 davon wurden Amphibien gefunden. Nach Absprache mit der Gemeinde wurden dann im Frühjahr 2024 in ca. 30 Schächten Ausstiegsleitern für Amphibien montiert.
Insektenhotel
Beim Eggli wurde ein grosses Insektenhotel aufgestellt. Das Hotel bietet zahlreichen Wildbienen, Schmetterlingen und anderen Insektenarten einen geschützten Lebensraum. Es besteht aus verschiedenen natürlichen Materialien wie Holz, Bambus und Lehm, die den unterschiedlichen Bedürfnissen der Insekten gerecht werden. Peter Rosenberg betonte bei der Vorstellung die Wichtigkeit solcher Projekte für den Erhalt der Biodiversität und hob hervor, wie auch kleine Maßnahmen großen Einfluss auf das ökologische Gleichgewicht haben können.
Mitwirkung auf Gemeindeebene
Der Naturschutzverein engagiert sich aktiv in unserer Gemeinde, insbesondere bei verschiedenen Mitwirkungsprozessen wie der Gestaltung des Progyareals und der Entwicklung des neuen Baureglements. Durch die Teilnahme an diesen Projekten setzt sich der Verein für umweltfreundliche Lösungen und nachhaltige Praktiken ein. Das Ziel ist es, die natürlichen Ressourcen zu schützen und gleichzeitig die Bedürfnisse der Gemeinde zu berücksichtigen. Mit seinem Fachwissen trägt der Naturschutzverein dazu bei, dass ökologische Aspekte in die Planungen einfließen und die Lebensqualität für alle Bürger und Bürgerinnen erhöht wird.



